Safina Street Network in Tansania

Webseite in Tansania

Safina Street Network ist eine im Jahr 2002 gegründete Organisation die sich vor allem um die Belange von Straßenkinder und deren Familien kümmert. Safina ist Suaheli und bedeutet "Arche". Die Anfänge der Organisation liegen in den 90-er Jahren als vor allem in Dar es Salam die Anzahl der Straßenkinder massiv zunahm. Dar Es Salam entwickelte sich in dieser Zeit zu einer kosmopolitischen Metropole und war für viele junge Leute ein Anziehungspunkt für Hoffnung, Reichtum, und moderne Medienwelt. Die 90-er Jahre waren Beginn der elektronischen Medienwelt in Afrika. Handy, Computer und Fernsehen wurden zu Medien mit leichtem Zugang für die Gesellschaft. Durch diese Medien wurden vor allem Dar Es Salam zu einer Quelle der Hoffnung, Zukunft und wirtschaftlichen Aufschwung das sogar in den ländlichen und abgelegenen Regionen durch Fernsehen ausgestrahlt wurde.


Safina Jungs

Die emotionale Distanz zwischen Dorf und den großen Städten wurde daher viel niederschwelliger was dazu führte, dass vor allem Jungs und heranwachsende Männer in die großen Städte zogen in der Hoffnung dort Zukunftsperspektiven zu finden. Leider wurde für die meisten der Jugendlichen die Hoffnung in der Stadt zum Albtraum. Viele endeten im Slum oder auf der Straße.

Damals war Tansania noch lange nicht so weit um sich durch eigene Hilfsprogramme dieser Zielgruppe anzunehmen. Aus dieser Not heraus wurde die Organisation Safina Street Network gegründet um der Not der jungen Menschen zu begegnen. Noch heute ist der tansanische Staat auf Kirchen, Hilfsorganisationen und ausländisches Engagement angewiesen.

Safina Street Network ist heute eine renommierte Organisation die von einem 7-köpfigen Vorstand und einem 9-köpfigen Executive Komitee getragen wird. Im Leitungsgremium sind leitete Pastoren und Kirchenleiter aus verschiedenen Denominationen sowie Personen aus Politik und Wirtschaft. Derzeit hat Safina 5 Zweigstellen eine in Dar es Salam wo sich auch der Verwaltungsapparat befindet, eine Zweigstelle in Dodoma, Iringa, Singida und in Morogoro.

Safina Schaubild

 Safina Street Network betreibt ein Drop In Zentrum für Straßenkinder in Dar Es Salam. Dies dient als erste Anlaufstelle. Von dort aus versucht der Träger die Kinder in die Herkunftsfamilie zu re-integrieren und die Familien dabei langfristig zu begleiten. Dazu kann eventuell auch die Finanzierung der Schulkosten nötig sein. Sollte die Herkunftsfamilie nicht in der Lage sein, für das Kind langfristig sorgen zu können, hat Safina eigene kleinformatige Wohngruppen gegründet in denen die Kinder und Jugendliche ein neues Zuhause finden. Die Mitarbeiter/Hauseltern sind bei der Organisation angestellt und somit in das Netzwerk eingebunden. Daher können sie auch Beratung in Alltagsfragen in Anspruch nehmen und werden in ihrer Tätigkeit als Hauseltern begleitet.

Safina hat sich von Anfang an zum Ziel gesetzt, Jugendliche so schnell als möglich in die Herkunftsfamilie, und Gesellschaft zu re-integrieren. Bei Safina war es seit der Gründungszeit wichtig, die Jugendlichen nicht in großen Heimen aufzufangen sondern eine Rückführung in die Ursprungsfamilie anzuvisieren. Bis heute ist dies eine wirksame Strategie um langfriste finanzielle Anhängigkeiten zwischen den Jugendlichen und der Organisation zu verhindern. Zusätzlich ist eine schnelle Rückführung in die Familie die beste Methode um eine gesellschaftliche Reintegration zu fördern.

Über die Jahre hat Safina Street Network einen großen Bekanntheitsgrad in Tansania erreicht. Im dem Netzwerk, das Safina im Laufe der Jahre aufgebaut hat, befinden sich staatliche Schulen, Kirchen und Behörden. Dieses Netzwerk ist von höchster Bedeutung damit Integration überhaupt gelingen kann. Gerade bei Jugendlichen die längere Zeit außerhalb einer geregelten Struktur gelebt haben sind stabilen Netzwerke auf die der Träger verlässlich zurückgreifen kann von hoher Bedeutung.

Die Zielgruppe von Safina Street Network, ehemalige Straßenkinder haben durch die schwierigen Lebensumstände noch viel weniger Chancen auf eine adäquate Schul- und Berufsausbildung. Für viele Jugendliche war das Leben auf der Straßen durch Drogen, Gewalt, Missbrauch geprägt, was oft zu einer Lernschwäche oder inadäquaten gesellschaftlichen Handeln führen kann.


Safina Street Network begann deshalb 2017 den Aufbau eines Ausbildungs- und Wohnzentrums in Morogoro speziell für Jugendliche die durch das lange Leben auf der Straße es nicht geschafft haben in die Herkunftsfamilie re-integriert zu werden. Das Zentrum soll keinesfalls ein Wohnheim sein, denn Safina hält weiter an den kleinformatigen und familiären Strukturen fest.

Safina Morogro

Vielmehr entstehen auf dem Gelände kleine Wohngruppen, die als Art Ersatzfamilie gesehen werden. Diese kleinen Wohneinheiten werden auch von einheimischen Sozialarbeitern begleitet. In diesen kleinen familiären Zellen soll den Jugendlichen lebenspraktische Fähigkeiten vermitteln werden. Darüber hinaus plant Safina in den nächsten Jahren mehrere Ausbildungswerkstätten dem Projekt anzugliedern damit eine möglichst große Auswahl an Bildungsangebote für die Jugendlichen vorhanden ist. Angedacht ist, die Ausbildung auch für Jugendliche der Stadt Morogoro zu öffnen da insgesamt  nicht genügend Angebote vorhanden sind. Zusätzlich würde dieses Vorhaben dazu beitragen, die Jugendlichen auf natürliche Weise schneller gesellschaftlich zu integrieren. Zur Begleitung des Ausbildungsprogramm ist ein „life skill training“ geplant. Ziel soll sein, Jugendliche in ihrer Persönlichkeit zu festigen und biblische Werte zu vermitteln. Themen wie z.B. Sexualität, Sucht, Konfliktbewältigung, Vergebung, Verantwortung tragen, sollen dabei vermittelt werden. 

Derzeit arbeiteten die Mitarbeiter an der Planung der zweiten Bauphase. Bis zur Fertigstellung des gesamten Wohn- und Ausbildungszentrum sind ca. 6 Jahre Bauzeit veranschlagt. Da die Errichtung der einzelnen Gebäude in abgeschlossene Bauabschnitte eingeteilt sind, konnte der Betrieb schon nach der ersten Bauabschnitt aufgenommen werden. Derzeit läuft ein Kurs zur verkürzten Sekundarschule mit einer Landwirtschaftsausbildung. Nach Beendigung der zweiten Bauphase sollen neben den Wohneinheiten auch das zweite Ausbildungsangebot  im Bereich Hauswirtschaft und Kochausbildung eröffnet werden. Im Laufe der Jahre ist geplant das Ausbildungsangebot noch zu erweitern. Safina Street Network hatte CFI um die Entsendung eines Entwicklungshelfers gebeten um die strategischen Prozesse für das gesamte Wohn- und Ausbildungszentrum voranzutreiben. Das ist die Aufgabe von Doris und Thomas Ahnert. Für die weitere hauswirtschaftliche Ausbildung ist bereits eine weitere Mitarbeiterin in Tansania, die sich gerade auf Ihre Arbeit vorbereitet.